Der Bonner Kunstverein bietet seit November 2007 zu jeder Ausstellung das Vermittlungsmodell KunstStück an, das eng angelehnt an die Arbeitsweise des Kunstvereins zu einer aktiven Auseinandersetzung mit Kunst und Alltag einlädt. Die an einer Ausstellung beteiligten Künstler werden gebeten, ein KunstStück zu hinterlassen, das sowohl Gegenstand wie Gedanke, künstlerische Arbeit, etwas Persönliches oder Ãhnliches sein kann. Diese Gabe, die unbedingt mit der Arbeit und der Zeit des Künstlers/der Künstlerin vor Ort zu tun haben soll, dient als Katalysator für die Auseinandersetzung mit der Ausstellung, der dort gezeigten Kunst und deren Strukturen. Dies eröffnet nicht nur einen anderen Blick auf das Ausgestellte, sondern hält vielmehr auch die KünstlerInnen an, sich mit der Vermittlung ihrer eigenen Kunst auseinanderzusetzen. Je nach Ausstellung und Form des KunstStücks wählen die KunstvermittlerInnen unterschiedliche Herangehensweisen, um das Gesehene in Verbindung mit dem eigenen Erfahrungshorizont zu bringen und Kunst interaktiv und interdisziplinär zu vermitteln. Dieses Modell der Vermittlung zeichnet sich vor allem durch seine offene und spielerische Herangehensweise für Kinder zwischen 3 und 6 bzw. 7 und 13 Jahren aus.
KunstStück in der Ausstellung von Natalie Czech: Durch Staub ans Licht, Jan.-März 2008
Für COLLABORATION sollen auch Kinder aus sozial schwächer gestellten Schichten gezielter in diese Form der Vermittlung eingebunden werden. In einer Kooperation mit der in der Nachbarschaft des Bonner Kunstvereins gelegenen Kinder- und Jugendeinrichtung "Marienheim", werden die dort betreuten Kinder zu allen offenen Angeboten eingeladen, um gemeinsam mit anderen Kindern an dem Vermittlungsangebot teilzunehmen. Darüber hinaus werden für die Kinder in ihren gewohnten Gruppen eigene Projekttage mit Workshops angeboten.

Diverse KunstStücke
Die Workshops, die Anna Dietz, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bonner Kunstvereins, zusammen mit der Künstlerin Felicitas Rohden und der Diplom-Designerin Britta Schaffeld durchfährt, gehen immer von der Ausstellung aus und münden stets im Selbermachen. Sie bieten eine Art exemplarische Handreichung, die die Teilnehmenden einlädt, näher zu kommen und Fragen zu stellen. Ziel ist die Stärkung des Vertrauens in das eigene Sehen und Verstehen, in die eigenen Kapazitäten, so dass die begonnene Reflexion (über Kunst) sich im eigenen Handeln (im Raum der Kunst) fortsetzen kann. Schließlich geht es darum, zu vermitteln, dass Gegenwartskunst immer auch etwas mit der unmittelbaren (auch widersprüchlich) erlebten Realität des Einzelnen zu tun hat.
KunstStück: KATALOG 2007/08
Ein Jahr KunstStück – Kunst für Kinder im Bonner Kunstverein! Der Katalog ist ein farbig bebilderter Rückblick auf die KunstStücke von Dezember 2007 bis Dezember 2008. Neben Bildern, Texten und Berichten von Christina Végh, Anna Dietz, Felicitas Rohden und Britta Schaffeld, hat Felicitas Rohden für die jungen Leser Spielseiten zu ausgewählten KunstStücken entwickelt. Bonner Kunstverein, 2009, 32 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, EUR 10,- / Mitglieder EUR 8,-.
Kontakt:
Anna Dietz, Kunsthistorikerin M.A.(Kunstvermittlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Mehr über den Bonner Kunstverein unter www.bonner-kunstverein.de.