Wie kann eine Situation als künstlerische Kunstvermittlung entstehen und wie kann sie von allen Beteiligten produktiv genutzt werden? Beim Projekt COLLABORATION.Situation des Bielefelder Kunstvereins werden unterschiedlichste Situationen mit künstlerischen Mitteln künstlich hergestellt und dadurch bestimmte Reaktionen herausgefordert. Die Idee, Kunstvermittlung als Situation zu "performen" wurde aus der Beobachtung heraus entwickelt, dass die performative und partizipative Kultur heute alle Lebensbereiche, auch die künstlerische, kuratorische und kunstvermittelnde Praxis, mit ihrer Unmittelbarkeit durchdringt. Daher versucht das Projekt COLLABORATION.Situation dieser neuen Herausforderung mit einem situativen, ebenfalls partizipatorischen und performativen Moment zu begegnen.

Das Projekt richtet sich an Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren, die in einer festen Gruppe von maximal zehn Personen teilnehmen. Im Vorfeld der Ausstellungen, die während des Projektzeitraums im Bielefelder Kunstverein stattfinden, erhalten die Jugendlichen jeweils eine offene Handlungsanweisung, verbunden mit einer medialen Übersetzung. Sie dient als Impuls für eine selbstreflexive Auseinandersetzung mit der eigenen Wahrnehmung und dem künstlerischen Prozess in der Gruppe, so dass dadurch eine schrittweise Annäherung an themenrelevante, weiterführende Fragen zur jeweiligen Ausstellung ermöglicht wird.

Beim ersten Treffen der Gruppe, einige Wochen vor der Ausstellungseröffnung, wird zum Einstieg die Institution als konkreter Ort vorgestellt. Als Ausgangspunkt für die weitere Zusammenarbeit dient sodann eine gemeinsam erlebte Situation, die von der Kunstvermittlerin hergestellt wird. Im Laufe des Projekts werden je nach Gruppenprozess spezifische Situationen zum Beispiel im öffentlichen Raum entwickelt, wobei insbesondere die Ideen der Jugendlichen berücksichtigt werden. Wichtig beim Herstellen von Situationen, sind das Zusammenwirken der außermenschlichen Umwelt und der Interaktionsspielraum zwischen den einzelnen Gruppenteilnehmern, die an diesem Prozess beteiligt sind. Nach der Produktionsphase beginnt die Rezeptionsphase. Kurz vor der Ausstellungseröffnung treffen die Jugendlichen je eine Künstlerin oder einen Künstler und den künstlerischen Leiter des Bielefelder Kunstvereins, um eigene Fragen stellen zu können. Nach dem gemeinsamen Ausstellungsbesuch ist das Ziel die gemeinsame Entwicklung eines medialen, handlungsorientierten oder personalen Kunstvermittlungsformats, welches im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung präsentiert wird.

Kontakt:
Cynthia Krell (Kunstvermittlerin)Mehr Informationen unter www.bielefelder-kunstverein.de.